Der Ladepark ist eine E-LKW-Ladeinfrastruktur. Das System steuert das Laden intelligent, um Solarstrom optimal zu nutzen, Netz-Lastspitzen zu vermeiden (Leistungspreis sparen) und sicherzustellen, dass alle Fahrzeuge rechtzeitig voll sind.
Kernbausteine:
Das Dashboard zeigt den Live-Energiefluss als Diagramm – wer wieviel Strom produziert, speichert und verbraucht.
| Element | Bedeutung |
|---|---|
| ☀️ PV / Wechselrichter | Aktuelle Solarproduktion (gelb). Fließt zu Batterie, Verbrauch oder Netz. |
| 🔋 Großspeicher | Batteriespeicher. Grün = lädt, blau = entlädt. SOC = Ladezustand in %. |
| Ladepunkte (Kreise) | Jeder Kreis = 1 Ladepunkt. Türkis/grün = lädt aktiv, violett = angesteckt/voll, grau = frei. |
| Linien | Jede Linie führt von Großspeicher zu einem Ladepunkt. Leuchtet grün + Partikel fließen, wenn dort geladen wird. |
| Öffentl. Netz / Trafo | Netzbezug (rot) oder Einspeisung (grün) über den 3,2-MW-Trafo. |
Tipp: Im Energiefluss-Tab kannst du über die Legende einzelne Linien ein-/ausblenden und beliebige Zeiträume (Von/Bis) abrufen.
| Gerät | Details |
|---|---|
| HYC300-1 / HYC300-2 | Je 2 Ladepunkte (LP1/LP2), bis 300 kW. Per Modbus TCP steuerbar (10.0.0.10 / .11). Smart Charging kann diese drosseln/freigeben. |
| HYC1000 | 4 Module (M1–M4) × 2 Seiten (L/R) = 8 Ladepunkte, max 400 kW gesamt (DC-Schnelllader teilt automatisch auf aktive LPs auf). Aktuell nur über Cloud-API sichtbar – Modbus-Steuerung erst nach Firmware-Update. |
Statusfarben: lädt angesteckt/voll frei
Hinweis: Bei kurzen Modbus-Aussetzern bleibt der „angesteckt"-Status bis zu 120 s erhalten (kein Flackern).
Das System wählt automatisch einen von vier Modi – je nach Sonne, Uhrzeit und ob morgen ein Werktag ist:
| Modus | Wann | Was passiert |
|---|---|---|
| 🌞 SOLAR | Tagsüber, genug PV | Lädt mit verfügbarer Solarleistung + Batterie-Boost. Ziel: möglichst viel Eigenstrom nutzen, wenig Netzbezug. |
| 🌅 SOLAR_FADE | ~1 h vor Sonnenuntergang | Übergangsphase: Leistung wird graduell heruntergefahren. |
| 🌙 NIGHT | Nach Sonnenuntergang, morgen Werktag | Bedarfsgerechtes Laden: berechnet pro Fahrzeug, wieviel kW nötig sind, damit es bis 05:00 Uhr voll ist (basierend auf SOC + Akkugröße + verbleibender Zeit). Mindestens 10 kW (0 kW würde Ladeabbruch verursachen). |
| 🏖️ IDLE | Nach Sonnenuntergang, morgen frei (WE/Feiertag) | Mindestladen – kein Druck, da kein früher Abfahrtstermin. |
Alle Zeiten = Lokalzeit Wien. Die NIGHT-Berechnung nutzt die fahrzeugspezifische Akkukapazität (z. B. MAN eTGX 480 kWh, eActros 600 kWh).
Pro Ladepunkt/Fahrzeug kann eine Ladelogik gewählt werden (Collection charge_logics):
| Logik | Verhalten |
|---|---|
| smart | Smart-Charging-Algorithmus (SOLAR/NIGHT/IDLE automatisch) – Standard |
| sofort | Lädt sofort mit voller verfügbarer Leistung |
| power | Maximale Leistung, ignoriert Solaroptimierung |
| nacht | Lädt gezielt nachts (günstig, lastspitzenarm) |
| solar | Nur mit Solarüberschuss laden |
| mindest | Nur Mindestladung halten |
| gesperrt | Kein Laden |
Der Powermodus übersteuert Smart Charging für einen Ladepunkt: das Fahrzeug bekommt die volle Leistung (bis 320 kW), ohne Drosselung. Nützlich, wenn ein LKW dringend schnell voll muss.
Der Netzbetreiber (lokaler Netzbetreiber) verrechnet einen Leistungspreis von 58,44 €/kW/Jahr – berechnet auf die höchste 15-Minuten-Durchschnitts-Spitze des Monats. Jede vermiedene kW spart ~4,87 €/Monat.
Auto-Drosselung: begrenzt die Gesamt-Ladeleistung auf eine Ziel-Spitze (aktuell 400 kW), damit keine teuren neuen Lastspitzen entstehen. Die Drosselung wirkt über die HYC300 (steuerbar); der HYC1000 zählt zur Basislast.
Im Stromkosten-Tab → Einsparungsrechner zeigt das 15-Min-Diagramm, wann Spitzen auftraten – ideal, um sie per Disposition zu glätten.
Der Stromkosten-Tab vergleicht Fixpreis vs. aWATTar-Börsenpreis – jeweils inkl. aller Netzabgaben + anteiligem Leistungspreis (brutto). So siehst du die echten Gesamtkosten.
| Kostenblock | Inhalt |
|---|---|
| Energiepreis | Fixpreis 9,61 ct/kWh bzw. aWATTar-Marktpreis |
| Netz pro kWh | Netznutzung + E-Abgabe + Verluste + Effizienz + HKN + Zonentrennung + EAG-Netz (~4 ct/kWh) |
| Leistungspreis | auf die 15-Min-Monatsspitze (größter Netzkostenblock) |
| Fixkosten/Monat | Messentgelt + Betriebsführung + EAG-Pauschale |
Tarif-Einstellungen: pro Jahr gepflegt. Standardmäßig schreibgeschützt – zum Ändern erst „Bearbeiten" klicken, dann „Speichern" (mit Bestätigung). Verhindert versehentliches Überschreiben.
Der Einspeisen-Tab steuert, wie überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Er hat fünf Bereiche:
| Untertab | Inhalt |
|---|---|
| Übersicht | Kurzzusammenfassung: PV aktuell, Einspeisung, Akku-Stand, Empfehlung der Logik, Wetter heute/morgen |
| Einspeisebegrenzung | Hartes Limit (Standard 30 kW). Übersteigt die Einspeisung das Limit, werden alle 4 PV-Wechselrichter proportional gedrosselt (Regelung alle 10 s). Manuelle WR-Steuerung möglich. |
| Wetterprognose | Open-Meteo (lokaler Standort): Sonnenstunden, Bewölkung, Globalstrahlung → erwartete PV-Produktion heute (gesamt + Rest) und morgen |
| Ladebedarf-Prognose | Erwarteter Strombedarf der Fahrzeuge (aus den Profilen der Flottenplanung – keine Doppelpflege) |
| Einspeise-Logik | Vorausschauende Entscheidung mit Schiebereglern für alle Parameter |
Wie die intelligente Logik denkt:
PV-Rest heute (Wetter) − Ladebedarf (Flotte + Puffer) − freie Akku-Kapazität = Überschuss-Prognose.
Ist der Akku über der eingestellten Schwelle (z.B. 80%) und ein Überschuss prognostiziert, wird schon jetzt mit dem vollen Limit eingespeist – statt am Abend PV abzuregeln. Sonst haben Laden + Akku Vorrang.
Alle Parameter per Schieberegler: Akku-Schwelle, Einspeise-Limit, Überschuss-Schwelle, Sicherheitspuffer, Ziel-SoC der Fahrzeuge, Ziel-Akkustand sowie optional Börsenpreis-Berücksichtigung (aWATTar).
Hinweis: Der Leistungspreis (Stromspitzen) wird ab 2027 deutlich teurer – effiziente, vorausschauende Steuerung wird damit noch wichtiger.
Zeigt, wieviel eine größere Batterie zusätzlich einsparen würde. Basis: tatsächlich eingespeiste PV + geschätzte abgeregelte PV (Produktion, die verloren ging, weil die Batterie voll war). Daraus wird die ROI für Erweiterungen (+250/+500/+750 kWh) berechnet.
Plant, welches Fahrzeug wann lädt. Berücksichtigt Abfahrtszeiten, SOC-Ziele und die verfügbare Leistung. Ziel: alle LKW rechtzeitig voll, ohne Lastspitzen.
Historie aller Ladevorgänge: welches Fahrzeug, wann, wieviele kWh, von/bis SOC. Datenquelle: Cloud-API + Modbus. Für Abrechnung & Auswertung.
| Komponente | Adresse / Detail |
|---|---|
| HYC300-1 (LS01) | Modbus 10.0.0.10:502 – steuerbar |
| HYC300-2 (LS02) | Modbus 10.0.0.11:502 – steuerbar |
| HYC1000 (LS03) | 10.0.0.12 – Modbus erst nach FW-Update; aktuell Cloud-Anzeige |
| Großspeicher (Site-Manager) | HTTPS-API – PV/Batterie/Netz-Werte |
| Smart Meter | Smart Meter – Netzbezug/Einspeisung |
| Cloud-API | GraphQL-API – Lade-Sessions, SOC, Fahrzeug-Zuordnung |
| Datenbank | MongoDB – energy_data (Snapshots), charge_logics, rfid_tags, tarife |
Ein LKW wurde nicht voll – warum?
Meist weil er zu kurz angesteckt war oder vorzeitig abgesteckt wurde. Im Ladeprotokoll sieht man Start/Ende und ob die Session „stopped" (manuell getrennt) wurde. Im NIGHT-Modus rechnet das System die nötige Leistung bis 05:00 – ist genug Zeit, wird er voll.
Warum lädt er nur langsam (z. B. 85 kW) obwohl die Säule 300 kW kann?
Im SOLAR-Modus wird auf verfügbare Solarleistung begrenzt (Eigenstrom-Optimierung). Für volle Leistung den Powermodus nutzen.
Warum sehe ich kurze Lastspitzen im Diagramm?
Echte Spitzen werden durch die Auto-Drosselung gedämpft. Vereinzelte ~500-kW-Ausschläge waren Mess-Ausreißer der Speicher-API und werden herausgefiltert.
Ist aWATTar günstiger als der Fixpreis?
Aktuell etwa gleichauf – die Netzabgaben + Leistungspreis sind bei beiden gleich, nur der Energieanteil unterscheidet sich. Der Vergleich im Einsparungsrechner zeigt es tagesgenau.
Bei Fragen oder fehlenden Erklärungen → Mathias / Karl.