Hilfe & Systemdokumentation Ladepark
Stand: aktuell

1. Überblick

Der Ladepark ist eine E-LKW-Ladeinfrastruktur. Das System steuert das Laden intelligent, um Solarstrom optimal zu nutzen, Netz-Lastspitzen zu vermeiden (Leistungspreis sparen) und sicherzustellen, dass alle Fahrzeuge rechtzeitig voll sind.

Kernbausteine:

  • Ladepunkte: 2× DC-Schnelllader Typ A (je 2 Stecker, 300 kW) + 1× HYC1000 (4 Module × 2 = 8 Ladepunkte, max 400 kW)
  • Großspeicher: Batteriespeicher (3× 245 kWh = 735 kWh, max 375 kW) puffert PV-Überschuss
  • PV-Anlage: mehrere Wechselrichter (PV-Wechselrichter WR1–4) liefern Solarstrom
  • Smart Charging: verteilt die Leistung automatisch je nach Sonne, Uhrzeit und Fahrzeug-Bedarf

2. Dashboard & Energiefluss

Das Dashboard zeigt den Live-Energiefluss als Diagramm – wer wieviel Strom produziert, speichert und verbraucht.

ElementBedeutung
☀️ PV / WechselrichterAktuelle Solarproduktion (gelb). Fließt zu Batterie, Verbrauch oder Netz.
🔋 GroßspeicherBatteriespeicher. Grün = lädt, blau = entlädt. SOC = Ladezustand in %.
Ladepunkte (Kreise)Jeder Kreis = 1 Ladepunkt. Türkis/grün = lädt aktiv, violett = angesteckt/voll, grau = frei.
LinienJede Linie führt von Großspeicher zu einem Ladepunkt. Leuchtet grün + Partikel fließen, wenn dort geladen wird.
Öffentl. Netz / TrafoNetzbezug (rot) oder Einspeisung (grün) über den 3,2-MW-Trafo.

Tipp: Im Energiefluss-Tab kannst du über die Legende einzelne Linien ein-/ausblenden und beliebige Zeiträume (Von/Bis) abrufen.

3. Ladepunkte (HYC300 / HYC1000)

GerätDetails
HYC300-1 / HYC300-2Je 2 Ladepunkte (LP1/LP2), bis 300 kW. Per Modbus TCP steuerbar (10.0.0.10 / .11). Smart Charging kann diese drosseln/freigeben.
HYC10004 Module (M1–M4) × 2 Seiten (L/R) = 8 Ladepunkte, max 400 kW gesamt (DC-Schnelllader teilt automatisch auf aktive LPs auf). Aktuell nur über Cloud-API sichtbar – Modbus-Steuerung erst nach Firmware-Update.

Statusfarben: lädt angesteckt/voll frei

Hinweis: Bei kurzen Modbus-Aussetzern bleibt der „angesteckt"-Status bis zu 120 s erhalten (kein Flackern).

4. Smart Charging (Lademodi)

Das System wählt automatisch einen von vier Modi – je nach Sonne, Uhrzeit und ob morgen ein Werktag ist:

ModusWannWas passiert
🌞 SOLARTagsüber, genug PVLädt mit verfügbarer Solarleistung + Batterie-Boost. Ziel: möglichst viel Eigenstrom nutzen, wenig Netzbezug.
🌅 SOLAR_FADE~1 h vor SonnenuntergangÜbergangsphase: Leistung wird graduell heruntergefahren.
🌙 NIGHTNach Sonnenuntergang, morgen WerktagBedarfsgerechtes Laden: berechnet pro Fahrzeug, wieviel kW nötig sind, damit es bis 05:00 Uhr voll ist (basierend auf SOC + Akkugröße + verbleibender Zeit). Mindestens 10 kW (0 kW würde Ladeabbruch verursachen).
🏖️ IDLENach Sonnenuntergang, morgen frei (WE/Feiertag)Mindestladen – kein Druck, da kein früher Abfahrtstermin.

Alle Zeiten = Lokalzeit Wien. Die NIGHT-Berechnung nutzt die fahrzeugspezifische Akkukapazität (z. B. MAN eTGX 480 kWh, eActros 600 kWh).

5. Ladelogiken

Pro Ladepunkt/Fahrzeug kann eine Ladelogik gewählt werden (Collection charge_logics):

LogikVerhalten
smartSmart-Charging-Algorithmus (SOLAR/NIGHT/IDLE automatisch) – Standard
sofortLädt sofort mit voller verfügbarer Leistung
powerMaximale Leistung, ignoriert Solaroptimierung
nachtLädt gezielt nachts (günstig, lastspitzenarm)
solarNur mit Solarüberschuss laden
mindestNur Mindestladung halten
gesperrtKein Laden

6. Powermodus

Der Powermodus übersteuert Smart Charging für einen Ladepunkt: das Fahrzeug bekommt die volle Leistung (bis 320 kW), ohne Drosselung. Nützlich, wenn ein LKW dringend schnell voll muss.

  • Aktivierung per Knopf am Ladepunkt im Dashboard
  • Beendet sich automatisch, sobald der Ladevorgang fertig ist (Finishing/abgesteckt)
  • Smart Charging drosselt diesen Ladepunkt dann nicht mehr

7. Spitzenlast & Leistungspreis

Der Netzbetreiber (lokaler Netzbetreiber) verrechnet einen Leistungspreis von 58,44 €/kW/Jahr – berechnet auf die höchste 15-Minuten-Durchschnitts-Spitze des Monats. Jede vermiedene kW spart ~4,87 €/Monat.

Auto-Drosselung: begrenzt die Gesamt-Ladeleistung auf eine Ziel-Spitze (aktuell 400 kW), damit keine teuren neuen Lastspitzen entstehen. Die Drosselung wirkt über die HYC300 (steuerbar); der HYC1000 zählt zur Basislast.

Im Stromkosten-Tab → Einsparungsrechner zeigt das 15-Min-Diagramm, wann Spitzen auftraten – ideal, um sie per Disposition zu glätten.

8. Stromkosten & Tarife

Der Stromkosten-Tab vergleicht Fixpreis vs. aWATTar-Börsenpreis – jeweils inkl. aller Netzabgaben + anteiligem Leistungspreis (brutto). So siehst du die echten Gesamtkosten.

KostenblockInhalt
EnergiepreisFixpreis 9,61 ct/kWh bzw. aWATTar-Marktpreis
Netz pro kWhNetznutzung + E-Abgabe + Verluste + Effizienz + HKN + Zonentrennung + EAG-Netz (~4 ct/kWh)
Leistungspreisauf die 15-Min-Monatsspitze (größter Netzkostenblock)
Fixkosten/MonatMessentgelt + Betriebsführung + EAG-Pauschale

Tarif-Einstellungen: pro Jahr gepflegt. Standardmäßig schreibgeschützt – zum Ändern erst „Bearbeiten" klicken, dann „Speichern" (mit Bestätigung). Verhindert versehentliches Überschreiben.

8b. Einspeisen (PV-Einspeisung & intelligente Logik)

Der Einspeisen-Tab steuert, wie überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Er hat fünf Bereiche:

UntertabInhalt
ÜbersichtKurzzusammenfassung: PV aktuell, Einspeisung, Akku-Stand, Empfehlung der Logik, Wetter heute/morgen
EinspeisebegrenzungHartes Limit (Standard 30 kW). Übersteigt die Einspeisung das Limit, werden alle 4 PV-Wechselrichter proportional gedrosselt (Regelung alle 10 s). Manuelle WR-Steuerung möglich.
WetterprognoseOpen-Meteo (lokaler Standort): Sonnenstunden, Bewölkung, Globalstrahlung → erwartete PV-Produktion heute (gesamt + Rest) und morgen
Ladebedarf-PrognoseErwarteter Strombedarf der Fahrzeuge (aus den Profilen der Flottenplanung – keine Doppelpflege)
Einspeise-LogikVorausschauende Entscheidung mit Schiebereglern für alle Parameter

Wie die intelligente Logik denkt:
PV-Rest heute (Wetter) − Ladebedarf (Flotte + Puffer) − freie Akku-Kapazität = Überschuss-Prognose.

Ist der Akku über der eingestellten Schwelle (z.B. 80%) und ein Überschuss prognostiziert, wird schon jetzt mit dem vollen Limit eingespeist – statt am Abend PV abzuregeln. Sonst haben Laden + Akku Vorrang.

Alle Parameter per Schieberegler: Akku-Schwelle, Einspeise-Limit, Überschuss-Schwelle, Sicherheitspuffer, Ziel-SoC der Fahrzeuge, Ziel-Akkustand sowie optional Börsenpreis-Berücksichtigung (aWATTar).

Hinweis: Der Leistungspreis (Stromspitzen) wird ab 2027 deutlich teurer – effiziente, vorausschauende Steuerung wird damit noch wichtiger.

9. Batterie-Simulator

Zeigt, wieviel eine größere Batterie zusätzlich einsparen würde. Basis: tatsächlich eingespeiste PV + geschätzte abgeregelte PV (Produktion, die verloren ging, weil die Batterie voll war). Daraus wird die ROI für Erweiterungen (+250/+500/+750 kWh) berechnet.

10. Ladeplanung

Plant, welches Fahrzeug wann lädt. Berücksichtigt Abfahrtszeiten, SOC-Ziele und die verfügbare Leistung. Ziel: alle LKW rechtzeitig voll, ohne Lastspitzen.

11. Ladeprotokoll

Historie aller Ladevorgänge: welches Fahrzeug, wann, wieviele kWh, von/bis SOC. Datenquelle: Cloud-API + Modbus. Für Abrechnung & Auswertung.

12. Einstellungen (RFID, Geräte, Zeitplan, Einspeisung)

  • RFID: Verwaltung der Ladekarten/Chips. Jeder Chip ist einem Fahrzeug zugeordnet (inkl. Akkukapazität für die NIGHT-Berechnung).
  • Geräte: Live-Status der Ladegeräte, Wechselrichter, Smart Meter.
  • Zeitplan: Zeitfenster für Lade-Logiken.
  • Einspeisung: Einspeisebegrenzung der PV.

13. Technische Komponenten

KomponenteAdresse / Detail
HYC300-1 (LS01)Modbus 10.0.0.10:502 – steuerbar
HYC300-2 (LS02)Modbus 10.0.0.11:502 – steuerbar
HYC1000 (LS03)10.0.0.12 – Modbus erst nach FW-Update; aktuell Cloud-Anzeige
Großspeicher (Site-Manager)HTTPS-API – PV/Batterie/Netz-Werte
Smart MeterSmart Meter – Netzbezug/Einspeisung
Cloud-APIGraphQL-API – Lade-Sessions, SOC, Fahrzeug-Zuordnung
DatenbankMongoDB – energy_data (Snapshots), charge_logics, rfid_tags, tarife

14. Häufige Fragen

Ein LKW wurde nicht voll – warum?
Meist weil er zu kurz angesteckt war oder vorzeitig abgesteckt wurde. Im Ladeprotokoll sieht man Start/Ende und ob die Session „stopped" (manuell getrennt) wurde. Im NIGHT-Modus rechnet das System die nötige Leistung bis 05:00 – ist genug Zeit, wird er voll.

Warum lädt er nur langsam (z. B. 85 kW) obwohl die Säule 300 kW kann?
Im SOLAR-Modus wird auf verfügbare Solarleistung begrenzt (Eigenstrom-Optimierung). Für volle Leistung den Powermodus nutzen.

Warum sehe ich kurze Lastspitzen im Diagramm?
Echte Spitzen werden durch die Auto-Drosselung gedämpft. Vereinzelte ~500-kW-Ausschläge waren Mess-Ausreißer der Speicher-API und werden herausgefiltert.

Ist aWATTar günstiger als der Fixpreis?
Aktuell etwa gleichauf – die Netzabgaben + Leistungspreis sind bei beiden gleich, nur der Energieanteil unterscheidet sich. Der Vergleich im Einsparungsrechner zeigt es tagesgenau.

Bei Fragen oder fehlenden Erklärungen → Mathias / Karl.

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